15 Juli 2014

Stall oder Weide – was ist besser für die Kuh

In manchen Gegenden sieht man selten oder nie Kühe auf einer Weide. Warum das so ist haben wir Prof. Dr. Kerstin E. Müller gefragt. Sie ist  Direktorin der Klinik für Klauentiere an der Freien Universität Berlin und eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen Deutschlands. Sie berichtet von den neuesten Entwicklungen in der Rinderhaltung in Deutschland, Europa und weltweit.

Wir fragten sie, ob die Hochleistungs-Milchkühe von heute überhaupt noch auf die Weide kommen können, wie es bei Trockenstehern oder Kühen auf der Alm aussieht. Das Gespräch dreht sich um die klimatischen Vorlieben der Kuh und ihr Ruhebedürfnis. Aber nicht nur um Milchkühe ging es, sondern auch um Fleischrassen und Weidehaltung in sogenannten Mutterkuhherden. Sie stellt besondere Anforderungen an den Tierhalter und das Management.

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8 Responses to Stall oder Weide – was ist besser für die Kuh
  1. Stiftung Lebenshof 6. Juli 2014 um 11:21 Antworten

    auf den Punkt gebracht: „das Problem ist, dass heutige Kühe auf der Weide nicht mehr ausreichend gefüttert werden können“. Die Lösung kann doch aber nicht sein, die Kühe infolge ganzjährig im Stall zu halten und mit importiertem Soja/kraftfutter vollzupumpen, das sonst am anderen Ende der Welt Menschen satt machen würde. Abgesehen davon dass diese Hochleistungskühe im Schnitt nur noch 5 Jahre alt werden. Wir sollten doch eher wieder auf grundfutterbetonte Lebensleistung „rück“-züchten: Kühe, die mit Low-Input Verfahren mit möglichst viel Weide gute Leistungen dauerhaft und gesund bringen und zwar ohne jedes Importfutter.

    • Das wäre (wenn wir keine Marktwirtschaft hätten) sicher eine Möglichkeit, die Rückzüchtung. Aber solange wir 80 Mio Menschen bleiben, bedeutete das auch: Doppelt so viel Tierhaltung, Doppelt so viel Ställe, Doppelt so viel Fläche, Doppelt so viel Fleisch je l Milch.
      Ich glaube kaum, daß das dem Verbraucher das heute noch zu vermitteln ist.

      • Stiftung Lebenshof 6. Juli 2014 um 21:05 Antworten

        doppelter Quatsch. Unsere Landwirtschaft ist keine Marktwirtschaft sondern ein steuersubventioniertes Lobbyismuskonstrukt. Ausserdem haben wir zuviel Milch und Fleisch, soviel dass wir zig Tonnen nach China und in alle Welt verkaufen.

        • Und was wir nach China exportieren wird dort zur Luft oder brauchen es dort Menschen zum Leben?
          Wieso sollte die Landwirtschaft vom Export ausgeschlossen werden, während VW seine Autos in die ganze Welt verschifft?

        • Stiftung Lebenshof 8. Juli 2014 um 14:03

          bekannterweise haben Asiaten eine Laktoseunverträglichkeit, allein deshalb ist der Milchexport ein Witz. Schlimmer ist jedoch Futtermittel aus Amerika zu importieren, die Produkte nach Asien und zurück bleibt uns die Umweltbeslatung durch Gülle und die Tierquälerei. Und das unterscheidet LW von VW, der Steuerzahler bezahlt nicht VW mit Agrarsubventionen, daher unsere Forderung: im 1. Schritt werden EU Agrarsubventionen für die Produkte wieder eingezogen, welche die EU verlassen.

        • L AV Wehrtsich 21. Juli 2014 um 12:21

          Hach der liebe Fendt wieder. Ja, Asiaten haben eine Laktoseunverträglichkeit, was aber nicht bedeutet dass sie keinen Käse essen können. Käse ist durch den Reifungsprozess so gut wie laktosefrei und daher auch für Laktoseintolerante Leute essbar.

    • „importiertem Soja/kraftfutter vollzupumpen“. Wenn ich so etwas schon
      wieder lese tut mir der Kopf weh. Klassisches Klischee ohne
      Hintergrundwissen.
      Eine Kuh kann man nicht füttern wie ein Schwein, das ist ein Wiederkäuer.
      Der Kraftfutteranteil einer Hochleistungskuh am Futter beträgt 0% bis ca.
      10% am gesamten Futter, je nach Laktationsstadium. Der Rest ist
      Gras/Kleegras (in Form von Heu oder Silage) und Maissilage, was auf dem
      Acker nebenan wächst.
      Das Kraftfutter besteht aus Getreideschrot,
      Mineralien (gewonnen zB. aus Apfeltrester o.ä.) und ihrem bösen Soja-
      oder Rapsschrot.
      Viele Molkereien haben allerdings schon auf
      gentechnikfrei umgestellt, wodurch Soja faktisch wegfällt (es gibt kein
      100% nachweislich gentechnikfreies Sojaschrot).
      So wird oft nur noch Rapsschrot verwendet, welches meist aus Deutschland, oder zumindest aus der EU stammt.

      Wie das Soja aus Amerika den hungernden Menschen in zB. Afrika satt machen soll müssen Sie mir auch noch erklären. Die müssen das auch irgendwie bezahlen und nebenbei macht ein massiver Lebensmittelexport in diese Länder die lokale Landwirtschaft nur noch mehr kaputt.
      Die Studienzu Umweltbelastung/Emmissionen angeht, glauben Sie wirklich die
      Wissenschaftler haben vergessen die Aufzucht miteinzubeziehen?
      Die Aufzucht und Lebenszeit sind hier mit drin. Eine extensivere Haltung führt zu höheren Emmissionen, das ist ganz logisch.

      Mitihrer Forderung einer größeren Orientierung der Zucht auf Langlebigkeit
      und Robustheit gebe Ich Ihnen Recht. Hier sollte wirklich mehr drauf
      geachtet werden, auch wenn die dadurch eine etwas geringe Leistung hat.
      Außerdem sollte es mehr in Richtung Doppelnutzungsrassen gehen, Verhältnisse wie bei der Legehennenzucht wünscht sich keiner.

  2. Ich schätze Fr. Prof. Dr. Müller sehr. Eine Frau der Praxis. Die Problematik der negativen Energiebilanz der Milchkuh ist nichts Neues und es gilt, dass sich die Branche ihrer Hausaufgaben annimmt.


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